Genetik

Die sichtbare Fellfarbe und Zeichnung einer Katze entsteht durch das Zusammenspiel verschiedener Erbanlagen. Jedes Kitten erhält dabei genetische Informationen von seiner Mutter und seinem Vater. Welche Merkmale später sichtbar werden, hängt davon ab, welche Anlagen zusammenkommen und wie sie sich gegenseitig beeinflussen.

Grundbegriffe der Vererbung

Begriff Bedeutung
Gen Ein Abschnitt der Erbinformation, der an der Ausprägung eines Merkmals beteiligt ist.
Allel Eine bestimmte Variante eines Gens.
Genotyp Die genetische Ausstattung einer Katze für ein bestimmtes Merkmal.
Phänotyp Das äußerlich sichtbare Erscheinungsbild.
Homozygot Reinerbig: Beide Genvarianten sind gleich.
Heterozygot Mischerbig: Die beiden Genvarianten sind unterschiedlich.
Dominant Eine Genvariante, die bereits in einfacher Ausführung sichtbar werden kann.
Rezessiv Eine Genvariante, die gewöhnlich nur sichtbar wird, wenn sie doppelt vorhanden ist.

Dominant und rezessiv

Für die meisten Gene erhält ein Kitten jeweils eine Genvariante von der Mutter und eine vom Vater. Eine dominante Anlage kann sich bereits gegenüber einer rezessiven Anlage durchsetzen. Eine rezessive Anlage kann dennoch unbemerkt weitervererbt werden und in einer späteren Generation wieder sichtbar werden.

Agouti und Non-Agouti

Das Agouti-Gen beeinflusst die Pigmentverteilung im einzelnen Haar. Bei Agouti-Katzen wechseln sich im Haar hellere und dunklere Farbbereiche ab. Dadurch kann die Tabbyzeichnung sichtbar werden. Bei Non-Agouti-Katzen sind die Haare weitgehend einfarbig pigmentiert und die Zeichnung wird überdeckt.

Genotyp Bedeutung
A/A reinerbig Agouti
A/a mischerbig Agouti
a/a Non-Agouti

Bei einer Katze mit a/a ist die Tabbyzeichnung genetisch weiterhin vorhanden, äußerlich jedoch meist nicht oder nur schwach erkennbar. Kommt zusätzlich Silber hinzu, entsteht aus einer Non-Agouti-Katze ein Smoke.

Die Tabbyzeichnungen

Tabby bezeichnet keine Farbe, sondern eine Fellzeichnung. Bei Britisch Kurzhaar kommen unter anderem Classic beziehungsweise Blotched, Mackerel und Spotted vor. Classic zeigt breite, geschwungene Zeichnungen. Mackerel besitzt schmalere, senkrecht verlaufende Streifen. Bei Spotted ist die Zeichnung in einzelne Tupfen oder Flecken aufgeteilt.

Die sichtbare Zeichnung wird nicht allein vom Agouti-Gen bestimmt. Weitere Gene und verändernde Erbfaktoren beeinflussen Form, Breite, Klarheit und Anordnung des Musters.

Die Grundfarbe Schwarz

Schwarzes Pigment wird als Eumelanin bezeichnet. Die genetische Grundfarbe Schwarz bildet auch die Grundlage für Black Silver Tabby. Durch die Verdünnungsanlage kann aus Schwarz die Farbe Blau entstehen. Andere Genvarianten können das schwarze Pigment zu Chocolate oder Cinnamon verändern.

Bei einer guten Silberzeichnung sollen die dunklen Bereiche möglichst klar, kräftig und tiefschwarz erscheinen. Ein helles, sauberes Silber und ein deutliches Schwarz bilden dabei den gewünschten Kontrast.

Silber und Smoke

Bei Silberkatzen wird die gelbliche Pigmenteinlagerung in einem Teil des Haares unterdrückt. Dadurch erscheint der Haaransatz sehr hell bis nahezu weiß. In Verbindung mit Agouti entsteht eine Silver Tabby. In Verbindung mit Non-Agouti entsteht Smoke.

Wie hell und gleichmäßig das Silber sichtbar wird, kann von mehreren Erbanlagen und weiteren Einflussfaktoren abhängen. Deshalb können sich Silberton, Kontrast und Zeichnung auch innerhalb eines Wurfes deutlich unterscheiden.

Warme Farbtöne und Rufismus

Gelbliche, rötliche oder bräunliche Bereiche im Silber werden häufig als Rufismus bezeichnet. Solche warmen Farbtöne können unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Auch Alter, Fellwechsel, Fellbeschaffenheit und intensive Sonneneinstrahlung können den sichtbaren Farbeindruck verändern.

Ein warmer oder bräunlicher Bereich bedeutet daher nicht automatisch, dass eine Katze genetisch Golden trägt. Für eine zuverlässige Beurteilung müssen Abstammung, genetische Anlagen und das gesamte Erscheinungsbild berücksichtigt werden.

Aus wenigen Anlagen entstehen viele Varianten

Farbe, Zeichnung, Verdünnung, Silber und zahlreiche weitere Erbanlagen werden unabhängig voneinander oder in Kombination weitergegeben. Bei jeder Verpaarung werden diese Anlagen neu verteilt. Deshalb können Geschwister aus demselben Wurf trotz gleicher Eltern sehr unterschiedlich aussehen.